„Nehmen – Lesen – Zurücklegen – Tauschen“

Veröffentlicht am: 14.12.2020

Englische Telefonzelle aus der Partnerstadt Bewdley findet neue Verwendung als öffentlicher Bücherschrank EnglTelefonzelle BgmEichel

Leuchtend rot und gut sichtbar steht seit einigen Tagen vor dem Gebäude an der Aßbachstr. 3 im Stadtteil Obervellmar, eine historische Telefonzelle, die künftig als öffentlicher Bücher-Austauschschrank von Leserinnen und Lesern genutzt werden kann.

Die Idee dahinter: Jeder kann sich ein Buch herausnehmen, lesen und behalten oder wieder zurückbringen oder ein anderes lesenswertes Buch einstellen - alles gratis. Und: Die Buch-Zelle ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet, täglich 24 Stunden.

Noch ist der Bestand an Büchern übersichtlich, die ersten Exemplare hat Bürgermeister Manfred Ludewig persönlich gespendet. Wir hoffen auf eine rege Nutzung und ein baldiges gut gefülltes Bücherregal, so der Bürgermeister.

Zwei freiwillige Helferinnen haben sich bereits bereit erklärt, die Patenschaft für die Buch-Zelle und deren Betreuung zu übernehmen, damit sich die Bücher zukünftig, möglichst übersichtlich und geordnet – z.B. nach Genres präsentieren.

Die Geschichte der englischen Telefonzelle

Dass Vellmar seit über 30 Jahren eine Städtepartnerschaft zu Bewdley in England unterhält ist sicherlich vielen Vellmarer Bürgerinnen und Bürgern bekannt.

Einige können sich vielleicht auch noch daran erinnern, dass es sich bei der Telefonzelle um ein Gastgeschenk aus England handelt. Der damalige Town Clerk, Mr. Ken Smith, hatte die Telefonzelle organisiert, um in Vellmar ein „sichtbares“ Zeichen der Städtefreundschaft zu setzen. So wurde die Telefonzelle im Januar 1990 auf dem Postweg über den Kanal geschickt und erhielt ihren ersten Einsatz als englisches Wahrzeichen direkt vor dem Rathauseingang, um auf die „Bewdley-Ausstellung“ im Rathaus aufmerksam zu machen, die im März 1990 eröffnet wurde.

Ihren Standort als echte Telefonzelle erhielt sie dann auf dem Vorplatz des Grillzentrums Rohrbach, gegenüber der Stadtbücherei und wurde, damals noch ein Novum, mit einem Kartentelefon ausgestattet.

Mit dem Beginn der Straßenbahnbauarbeiten im Stadtzentrum, musste dann auch die Telefonzelle weichen und wurde am Bauhof in Obhut genommen. Anfragen und Ideen für eine neue Nutzung gab es über die Jahre durchaus mehrere, berichtet Bauhofleiter Michael Eichel, aber das Partnerschaftsgeschenk wieder an einem öffentlichen Ort zu errichten und zugänglich zu machen, hat den meisten Zuspruch erhalten.

Bis zum neuen Auftritt als Bücherschrank an der Aßbachstraße, waren dann aber vorab noch einige Arbeiten notwendig, die von den Mitarbeitern des Bauhofes in Eigenregie durchgeführt wurden. Die Zelle erhielt eine neue Lackierung, neue Scheiben und Regalböden. Zeitnah soll noch eine Beleuchtung installiert und eine Beschriftung angebracht werden.

Telefonzelle Aßbachstraße